Im Ärztegesetz (ÄrzteG 1998, §53) ist die Werbebeschränkung und das Provisionsverbot für Ärzte klar geregelt. Da sich aber die Art der Werbung, vor allem im Internet stark verändert hat, bedeutet das nicht, dass Ärzte nicht entsprechend auf sich aufmerksam machen dürfen. Dieser Text bezieht sich auf alle medizinischen Berufe, die speziellen Werbebeschränkungen unterworfen sind und gilt mitunter auch für Psychotherapeuten, Physiotherapeuten, Heilmasseure, usw…

Wir möchten in diesem Beitrag die Möglichkeiten aufzeigen, wie Sie als Arzt:in bzw. in einem medizinischen Gesundheitsberuf auf sich im Internet aufmerksam machen können, und wie sie lernleben.at dabei unterstützen kann.

Die Gesetzeslage kann auch verunsichern und man entschließt sich lieber keinerlei Werbung zu machen. Dies kann aber zu einem erheblichen Nachteil auf dem Gesundheitsmarkt führen – vor allem auf lange Sicht gesehen.

Diese Zusammenfassung wurde nach bestem Wissen und Gewissen und hinsichtlich der rechtlichen Rahmenbedingungen in Zusammenarbeit mit dem auf Marketing- und Wettbewerbsrecht spezialisierten Rechtsanwalt Dr. Hubertus Thum, LL.M., erstellt.

Der vorliegende Text ersetzt jedoch keine Rechtsberatung und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Für konkrete Einzelfragen bzw. Einzelfälle wenden Sie sich bitte an einen spezialisierten Rechtsanwalt.

Zuerst müssen wir aber den Rahmen abstecken und uns den Werbeverboten und Werbeeinschränkungen widmen.

 

Werbebeschränkung und Provisionsverbot

In § 53 des Ärztegesetzes 1998 werden diverse Beschränkungen (vor allem Werbung und Provisionen) festgehalten. Diverse Vorgaben der zuständigen Ärztekammer (z.B. Werberichtlinie, Schilderordnung) spezifizieren die gesetzlichen Regelungen.

Mehr im Detail können die Werbebeschränkungen für Ärzte wie folgt beschrieben werden:

Ärzte haben sich jeder unsachlichen, unwahren oder das Standesansehen beeinträchtigten Information im Zusammenhang mit der Ausübung ihre Berufes zu enthalten:

  1. Unsachlich ist eine medizinische Information dann, wenn sie wissenschaftlichen Erkenntnissen oder medizinischen Erfahrungen widerspricht.
  2. Unwahr ist eine Information, wenn sie nicht den Tatsachen entspricht
  3. Eine das Ansehen der Ärzteschaft beeinträchtigende Information liegt vor bei:
    • herabsetzenden Äußerungen über Ärzte, ihre Tätigkeit oder medizinischen Methoden
      darstellen einer wahrheitswidrigen medizinischen Exklusivität
    • Selbstanpreisung der eigene Person durch aufdringliche bzw. marktschreierische Darstellung
    • Werbung für Arzneimittel, Heilbehelfe und sonstige medizinische Produkte sowie für deren Hersteller oder Vertreiber

Ausdrücklich gestattet sind folgende öffentlich zugängliche Informationen:

  1. die Information über eigene medizinische Tätigkeitsbereiche, die der Arzt aufgrund seiner Aus- und Fortbildung beherrscht
  2. die Einladung eigener Patienten zur Vorsorge- und Kontrolluntersuchungen, Impfungen oder dergleichen (Recall-System)
  3. Information über Ordinationsnachfolge
  4. Einrichtung einer eigenen Homepage oder die Beteiligung an einer fremden Homepage

Ärzte müssen auch dafür sorgen, dass die standeswidrige Werbung auch durch Dritte, insbesondere Medien unterbleibt.

Quelle WKO: https://www.wko.at/branchen/information-consulting/werbung-marktkommunikation/werbebeschraenkungen-werbeverbote.html

Quelle Ärztekammer: https://medienkraft-1067b.kxcdn.com/cms/wp-content/uploads/2019/03/arzt-werbung-verordnung-aerztekammer.pdf

 

Gesetzliche Rahmenbedingungen für Gesundheitsberufe

Die gesetzlichen und standesrechtlichen Rahmenbedingungen für andere Gesundheitsberufe (z.B. Psychotherapeuten, Physiotherapeuten usw.) finden sich in den jeweiligen Spezialgesetzen und Vorgaben der jeweiligen Standesvertretung. Der diesbezügliche Rahmen ist jedoch in den Kernpunkten mit jenen Vorgaben für Ärzte vergleichbar.

 

DSGVO/Werberecht: Das müssen Ärzte beachten

 

Was ist überhaupt Marketing / Werbung?

Werbung und Marketing hat für viele noch den Ruf, dass Menschen nur etwas verkauft wird was sie mitunter gar nicht brauchen. Das mag für einiges – vor allem niederschwellige Konsumgüter – zutreffen, geht aber am eigentlichen Thema vorbei.

Werbund und Marketing an sich ist aber auch eine essentielle Grundlage unternehmerischen Handelns. Ebenso ist es Bestandteil des unternehmerischen Handelns Bereiche sinnvoll auszulagern.

Die aktuelle Corona-Krise hat uns in vielen Punkten gezeigt, welche Konsumgüter mitunter für uns wichtig, weniger wichtig bzw. sogar unwichtig sind.

Was Dienstleistungen im Gesundheitsbereich betrifft, so können wir wohl davon ausgehen, dass sie in Zukunft mehr an Bedeutung gewinnen. Sowohl im therapeutischen Bereich als auch rund um das Thema Prävention, Lifestyle und Wellness.

Marketing ist aber noch viel mehr – es ist ein konsequentes Ausrichten nach Bedürfnissen des Marktes. Und dieser ist steigen Veränderungen und Neuerungen unterworfen. So hat sich die Form des Marketings – vor allem online – in den letzten Jahren sehr stark verändert und ist in vielen neuen Bereichen immer professioneller geworden.

Menschen suchen Informationen im Internet, es geht um Vertrauensbildung mit dem Sender – und genau in diese Richtung hat sich das Marketing verändert – Bereitstellung von einfach verständlichen und fundierten Information. Antworten auf Fragen.

 

Content Marketing kann Antworten auf Fragen liefern

Hier rückt das Content-Marketing in den Fokus – vereinfacht die “Werbung durch Inhalte bzw. Information“. Nun gilt es herauszufinden, was Arzt und Patienten möchten und welche Überschneidungen es hier geben kann.

 

Welche Werbung braucht ein Arzt?

Auch Ärzte unterliegen ökonomischen Druck und stehen im Wettbewerb mit anderen Gesundheitsdienstleistern. Neben der Behandlung von Patienten und deren Krankheiten bekommt aber die Aufklärung und die Prävention einen immer höheren Stellenwert. Hier bietet sich ein breites Betätigungsfeld an.

Viele Ärzte bieten neben ihrer Kassentätigkeit zB. Vorsorgeuntersuchungen oder spezielle Behandlungen an.

Wie oben erwähnt ist dem Arzt die Kommunikation und Information über seine medizinischen Tätigkeitsbereiche gestattet. Und genau das beginnt nicht immer in den Räumen der eigenen Praxis.

Hier kann man also beginnen und die Menschen informieren, aufzuklären, ihre eigene Gesundheitskompetenz fördern und eine entsprechende Vertrauensbeziehung zum Patienten aufbauen.

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Was braucht der Patient?

Menschen entwickeln mehr Interesse an der eigenen Gesundheit und der Erhaltung. Das Thema Prävention und gesunder Lebensstil gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Man denkt bewusster über Ernährung, Bewegung oder auch geistige Gesundheit nach. Hierzu möchte man sich informieren und auch weiterbilden. Ein Arzt bzw. dessen Informationen genießen als Sender von Informationen großes Vertrauen und stellen eine qualifizierte Anlaufstelle dar.

Laut einer Befragung im Rahmen einer Praxismarketing Studie sind Patienten folgende Informationen besonders wichtig:

  • Die Person: Wer ist mein Arzt?
  • Das Produkt: Welche Leistungen in welchem Umfang werden angeboten
  • Prozesse vor Ort: Wie läuft ein Termin ab (Vereinbarung, Wartezeiten, Nachbetreuung, etc…)
  • Preis: Was kosten die Leistungen, bzw. gibt es Kostenübernahmen?

Nun gilt es diese Informationen auch im Netz entsprechend sichtbar zu platzieren um wahrgenommen zu werden.

 

Wie kann ein Arzt nun auf sich aufmerksam machen

Laut der Befragung ist die häufigste Empfehlungsquelle für Ärzte der Bekannten- oder Familienkreis. Das ist naheliegend, auch weil Unterhaltungen über Gesundheit oder Krankheit wohl zu den beliebtesten gehören. Gleich danach folgen die Internetsuche, bzw. Webseiten und Portale. Somit ist Sichtbarkeit im Netz der zweitwichtigste Faktor um neue Patienten zu erreichen.

Im Internet sind die oben genannten Richtlinien keine wirkliche Einschränkung, weil sich professionelles Online-Marketing viel mehr mit Inhalten als mit herkömmlicher Werbung auseinandersetzt. Somit haben sie als Arzt heute sogar viel mehr Möglichkeiten als zuvor.

 

Das Problem mit der eigenen Webseite

Eine eigene Webseite zu erstellen mag auf den ersten Blick einfach erscheinen – auch Anbieter dafür scheint es genügend zu geben. Über die Webseite aber neue Kundenanfragen zu bekommen und sichtbar zu sein ist schon um einiges aufwendiger. Hier erfährst du warum dir deine Webseite keine neuen Kunden bringt.

Google sucht Antworten auf die Fragen der User und wird darin immer besser. Ist ihre Webseite nicht auf dem neuesten Stand was Technik und Inhalt betrifft, so wird kaum ein Patient sie damit finden.

Also wendet man sich an Portale, wo man sich und seine Praxis in ein Verzeichnis eintragen kann.

 

Die Suche auf Ärzte-Portalen

Nun gibt es – speziell für Ärzte – einige Portale auf denen man sich präsentieren kann. Meist sind diese Portale aber nicht mehr als “virtuelle Telefonbücher”, wo man nach Ort und Fachgebiet einen Arzt suchen und finden kann ohne eine Möglichkeit sich über die Person oder das Fachgebiet zu informieren.

Das entspricht wohl nicht dem was sowohl Ärzte als und auch Patienten wollen. Oder bekommen sie über solche Portale regelmäßig neue Anfragen von Patienten?

 

lernleben.at ist eine aktive Plattform

Wir haben diese Plattform für Gesundheitsberufe gegründet weil es unser Ziel ist die ganzheitliche Gesundheitskompetenz der Menschen gemeinsam mit dem Fachwissen von Fachexpert:innen zu steigern. lernleben darf als Aufforderung Eigenverantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen verstanden werden.

lernleben.at bietet den Menschen die Expert:innen an, die sie für die Entwicklung ihrer Gesundheitskompetenz brauchen – in Verbindung mit einem ganzheitlichen Ansatz.

 

Unser Angebot für Ärzte

Wir möchten Ihnen mit unserem Premium-Paket die Möglichkeit geben sich auf unserer Plattform zu präsentieren, Menschen zu informieren und sich somit als Experte in ihrem Fachgebiet mehr Sichtbarkeit zu bekommen. Potentielle Patienten gewinnen Vertrauen und sie Patienten.

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Martin Marignoni

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Ich bin Gründer von www.lernleben.at. Mir liegt auch die unternehmerische Gesundheit am Herzen. In diesem Blog erfährst du alles über die Leistungen und Vorteile von www.lernleben.at und wertvolle Tipps für dein Online-Geschäft.

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